Coronavirus-Rezession überstehen – Wie man während der Pandemie und darüber hinaus investieren sollte

Die potenziellen Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie auf Volkswirtschaften und Finanzmärkte

Das Coronavirus ist in den Medien allgegenwärtig und mittlerweile ist klar, dass die Unsicherheit diesbezüglich das ganze Jahr über ein Thema sein wird. Noch vor wenigen Wochen war das Coronavirus zwar ein Grund zur Besorgnis, aber noch keine Pandemie. Weniger als einen Monat später hat die Pandemie die Welt in eine Rezession gestürzt und zu einem Börsencrash geführt, bei dem die Aktienmärkte um über 30% abgestürzt sind.

Coronavirus-Rezession / 2019-nCoV / COVID-19
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Ist das also schon das Worst-Case Szenario oder wird es mit der fortlaufenden globalen Coronakrise noch schlimmer werden? In diesem Beitrag befassen wir uns mit den potenziellen Auswirkungen der Pandemie auf Volkswirtschaften und Märkte. Wir diskutieren zwei sehr unterschiedliche Szenarien und untersuchen einige der Möglichkeiten, wie Sie Ihr Portfolio während der sich entwickelnden Coronavirus-Rezession schützen können.

Vergleich der Coronavirus-Rezession mit früheren Rezessionen

COVID-19 / Coronavirus-Rezession
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Jede Rezession und jeder Bärenmarkt sind anders. Die gerade beginnende Coronavirus-Rezession sticht jedoch in mehrfacher Hinsicht hervor. Erstens ist diese im Gegensatz zu vielen anderen globalen Rezessionen nicht durch eine Finanzkrise verursacht worden. Zum anderen ist sie weit verbreitet, denn über 150 Länder sind bereits betroffen. Technisch gesehen kann eine Rezession erst nach zwei Quartalen mit negativem BIP-Wachstum als solche bezeichnet werden. Angesichts des offensichtlichen Rückgangs der wirtschaftlichen Aktivität und des dramatischen Anstiegs der Arbeitslosenzahlen in mehreren Ländern ist eine Rezession jedoch so gut wie sicher.

Die Coronavirus-Rezession ist eine Gesundheitskrise mit massiven Auswirkungen auf die Realwirtschaft. Am stärksten betroffen sind der Reise- und Gastgewerbesektor, insbesondere Fluggesellschaften, Hotels, Kreuzfahrtveranstalter und Freizeitparks. Durch die Einführung von Maßnahmen zur Selbstisolierung sind auch der Einzelhandel, das verarbeitende Gewerbe und das Baugewerbe stark betroffen. Viele kleine Unternehmen wie Restaurants, Friseure und andere inhabergeführte Betriebe können ihr Gewerbe aktuell nicht aufrechterhalten. Das ist insofern bedeutsam, da vielen dieser Unternehmen die Rücklagen fehlen, um mehrere Monate ohne Erträge zu überleben.

Finanzkrise / Coronavirus-Rezession
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Die meisten dieser Branchen werden normalerweise nicht mit einer Finanzkrise in Verbindung gebracht. Es sind auch keine Branchen, die mit einem hohen Maß an Spekulation und Leverage in Verbindung gebracht werden. Die globale Finanzkrise von 2008 begann mit der Banken- und Immobilienbranche. Dort sind Spekulationen und der Einsatz von gehebeltem Kapital üblich. Diesmal ist die „Realwirtschaft“ betroffen – allerdings kann die Krise in der nächsten Zeit auch auf den Finanzsektor übergreifen.

Regierungen auf der ganzen Welt bieten Hilfspakete, um den Zusammenbruch von Unternehmen zu verhindern. Die Besonderheit der Pandemie bedeutet jedoch, dass diese Maßnahmen nur eine begrenzte Wirkung haben werden, bis die Krankheit unter Kontrolle ist. Unternehmen werden erst nach Monaten wieder in der Lage sein, zur Normalität zurückzukehren.

Die Coronavirus-Rezession hat zwei weitere einzigartige Merkmale. Zum einen der dramatische und anhaltende Ölpreisabsturz. In den letzten zehn Jahren haben die USA ihre Ölproduktion von unter 6 Millionen Barrel auf über 13 Millionen Barrel pro Tag gesteigert. Daraus resultierte eine sehr hohe weltweite Ölproduktion, die die Nachfrage der letzten Jahre problemlos decken konnte.

Wirtschaftlicher Abschwung
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Der Unterschied zwischen den USA und dem anderen großen Produzenten der Welt, Saudi-Arabien, besteht darin, dass die Ölförderkosten in den USA viel höher sind. Die Covid-19-Pandemie führte zu einer geringeren Ölnachfrage. Der Ölpreis fiel im Januar und Februar. Dies bedeutete, dass viele US-Ölproduzenten bereits Anfang März mit Verlust produzierten.

Im März beschlossen Saudi-Arabien und Russland dann, die Ölfördermenge nicht auf die reduzierte Nachfrage anzupassen. Dadurch fiel der Preis sofort auf unter 30 Dollar pro Barrel. Viele US-amerikanische Ölproduzenten sind hoch verschuldet und können mit diesen niedrigen Preisen nun nicht mehr profitabel operieren. Wenn der Ölpreis unter 30 Dollar bleibt, wird diese Verschuldung zu einem Problem für das gesamte Finanzsystem in den USA werden. Der Ölpreiskrieg wird als Krieg zwischen Russland und Saudi-Arabien angepriesen – aber in Wirklichkeit sind die USA genauso involviert. Dies kann auch zu neuen geopolitischen Spannungen führen.

Die Unternehmensverschuldung ist der zweite Faktor, der die Auswirkungen der Pandemie noch verstärken könnte. Neben den US-amerikanischen Schieferölproduzenten ist die Unternehmensverschuldung in den USA und auf der ganzen Welt auf einem höheren Level, als vor der Weltfinanzkrise. Wenn die Unternehmen ihre Obligationen nicht mehr erfüllen können, wird das gesamte Finanzsystem unter Druck geraten. Die Weltwirtschaft wird bestenfalls eine schwere Rezession erleben. Sie könnte sich aber auch zu einer langanhaltenden Depression entwickeln, wenn das Finanzsystem überfordert ist.

Coronavirus-Rezessionsszenario

Bärenmarkt / Baisse / Coronavirus-Rezession
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Es gibt mehrere Gründe für die Annahme, dass sich die Wirtschaft und die Märkte recht schnell erholen könnten, falls und wenn sich die Wirtschaft wieder normalisiert – oder zumindest annähernd normalisiert. Es wird eine Rezession geben, aber sie könnte von kurzer Dauer sein. Die Länge der Rezession wird natürlich von der Pandemie selbst abhängen. Ein Impfstoff für Covid-19 könnte noch weit über ein Jahr entfernt sein. Aber eine erfolgreiche Behandlung könnte früher verfügbar sein, was den Druck von den Gesundheitsdienstleistern nehmen würde. Die Kapazität der Krankenhäuser wird momentan stark erhöht, ebenso die Produktion von persönlicher Schutzausrüstung und Beatmungsgeräten.

China und Südkorea haben bereits bewiesen, dass die Infektionsrate mit genügend Tests und der Durchsetzung von Richtlinien zur sozialen Distanzierung beherrschbar ist. Wenn Testkits für den Heimgebrauch entwickelt werden, lässt sich die Situation noch besser in den Griff bekommen. Das Virus mag zwar noch eine Weile ein Thema sein, aber wenn die Infektionsrate unter Kontrolle gebracht wird, können viele Bereiche der Weltwirtschaft innerhalb von Monaten wieder mit der Arbeit beginnen. Reise- und Gastgewerbeunternehmen werden immer noch von Reisebeschränkungen betroffen sein, aber das produzierende Gewerbe, Einzelhändler und kleine Unternehmen können ihre Tätigkeit wahrscheinlich wieder aufnehmen.

Wirtschaftliche Erholung / Coronavirus-Rezession
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Wenn es um die Wirtschaft geht, scheinen die Regierungen und Zentralbanken bereit zu sein, Hilfe und Liquidität unabhängig von den langfristigen Folgen bereitzustellen. Dies sollte ausreichen, um die meisten Unternehmen für einige Monate über Wasser zu halten. Sollte die Pandemie tatsächlich zügig unter Kontrolle gebracht werden, könnte die Wirtschaft sich recht schnell erholen. Bedenken Sie Folgendes:

  • Unternehmensbewertungen sind zum ersten Mal seit Jahren attraktiv – das werden sich Investoren nicht entgehen lassen wollen.
  • Es wird ein Gefühl der Dringlichkeit seitens der Unternehmer geben, verlorene Einnahmen aufzuholen.
  • Die von den Zentralbanken zur Verfügung gestellte Liquidität wird irgendwo landen müssen. Sollte die von vielen prognostizierte Inflation eintreten, kann sich diese Entwicklung in den Preisen der Vermögenswerte widerspiegeln.

Es kann eine ungewisse Zeit dauern, bis sich die Wirtschaft erholt. Aber wenn sich die Indikatoren zu verbessern beginnen, wird sich der Markt schnell erholen.

Coronavirus-Depressionsszenario

Bärenmarkt / Coronavirus-Depression
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Zahlreiche Analysten prognostizieren ein pessimistischeres Szenario – eine globale Wirtschaftsdepression. Es gibt zu viele Unbekannte, als dass man sich eines der beiden Szenarien sicher sein könnte. Dennoch lohnt es sich, das negativere Szenario zu berücksichtigen. Der wichtigste Faktor wird die Dauer der Pandemie und die damit zusammenhängende Beeinträchtigung der Wirtschaft sein. Sollten die Maßnahmen zum „Social Distancing“ zu früh gelockert werden, könnten sich die Beeinträchtigungen sogar verlängern. Dadurch könnte eine zweite Periode der sozialen Isolation erforderlich sein. Gleiches gilt für eine zu frühe Lockerung der Reisebeschränkungen.

In der nördlichen Hemisphäre gehen Virenausbrüche während des Sommers oftmals zurück bevor sie im folgenden Winter wieder zurückkehren. Wenn dies bei Covid-19 geschieht, könnte sich die Weltwirtschaft im 3. Quartal kurzzeitig erholen, um dann im 4. Quartal wieder in eine Rezession zu rutschen. Bislang scheint das Virus nicht mutiert zu sein. Aber mit der steigenden Zahl der Infektionen nimmt die Wahrscheinlichkeit für zufällige Mutationen des Virusstammes zu. Sollten Mutationen eintreten, sind diejenigen, die sich von dem ersten Virus erholen, möglicherweise nicht mehr immun. Eine zweite Pandemie könnte die Folge sein.

Investor / Trader / Verluste
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Die oben skizzierten Szenarien beziehen sich auf die Pandemie selbst. Aber es gibt auch wirtschaftliche Faktoren, die sich im Laufe der Zeit verstärken werden. Insolvenzen passieren bereits weltweit. Je länger die wirtschaftliche Krise andauert, desto höher wird die Zahl zahlungsunfähiger Unternehmen. Wenn ein Unternehmen Insolvenz anmeldet, sind alle seine Gläubiger in Gefahr. Dadurch werden auch Unternehmen getroffen, die von der Krise aktuell noch relativ verschont sind.

Steigende Arbeitslosigkeit wird Druck auf Regierungen und Unternehmen aufbauen. Neben einer globalen humanitären Katastrophe werden die Menschen mit Hypotheken und anderen Zahlungen in Verzug geraten. Die Staatseinnahmen werden sinken, die Kreditmärkte werden sich verschlechtern und es wird keine Intention geben, Risiken einzugehen. Der Wohlstandseffekt wird sich umkehren und Konsumentenausgaben bleiben auch nach dem Ende der Lockdowns auf einem niedrigen Niveau.

Kleine und unrentable Unternehmen werden auf Grund der Risikoaversion von Banken und Investoren nur schwer an Liquidität kommen. Unternehmensverschuldung, die jahrelang ignoriert wurde, wird plötzlich ein wichtiger Faktor. Wenn der Ölpreis niedrig bleibt, werden die US-Produzenten ihre Produktion einstellen. Das wird die ohnehin schon angespannten internationalen Beziehungen noch weiter verschärfen.

Pandemie / Quantitative Easing
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Nach der Weltfinanzkrise von 2007 bis 2009 sagten viele Analysten hohe Inflationsraten voraus, die sich aus der Politik der Niedrigzinsen ergeben würden. Allerdings trat keine Inflation ein, da die Volkswirtschaften wuchsen und chinesische Exporte die Exportpreise niedrig hielten. Jetzt könnte es zu einer Inflation kommen, wenn das Wirtschaftswachstum nicht zurückkehrt und die Preise für die Vermögenswerte nicht steigen.

Die US-Wahl könnte die Situation im weiteren Verlauf des Jahres verkomplizieren. Schwierige Entscheidungen könnten bis zum nächsten Jahr verschoben werden, um zu vermeiden, dass sie die Wahl beeinflussen – und damit eine weitere Rezession im Jahr 2021 verursachen. Sollte sich dieses „bearish“ Szenario bewahrheiten, wird es auf einer durch das Coronavirus hervorgerufene Finanzkrise basieren. Die Depression könnte sich über mehrere Jahre hinziehen und der Weltwirtschaft großen Schaden zufügen. Aber von diesem extremen zweiten Szenario sind wir noch weit entfernt.

Warum ist Vermögensallokation der Schlüssel zum Überstehen der Coronavirus-Rezession?

Vermögensallokation
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Die obigen Szenarien zeichnen zwei sehr unterschiedliche Bilder von dem, was die Welt in den nächsten ein, zwei oder drei Jahren erleben könnte. Es gibt noch viele Unbekannte. Selbst wenn wir einen exakten Ablaufplan der Pandemie hätten, ist die Weltwirtschaft zu komplex, um präzise Prognosen zu erstellen. Außerdem bewegen sich die Wirtschaft und Preise der Vermögenswerte nicht immer in die gleiche Richtung. Die Realität kann auch genau zwischen diesen Szenarien liegen.

Aus diesem Grund ist es wenig sinnvoll, ein Portfolio für ein bestimmtes Ergebnis zu positionieren. Ein Anlageportfolio muss für ALLE möglichen Ausgänge positioniert werden. Die letzten sechs Wochen haben bewiesen, dass die Auswahl einer einzigen Anlageklasse sehr risikoreich ist. Einige sichere Anlagen haben sich nicht so verhalten, wie man es erwarten würde. Andere dagegen haben es getan. Silber zum Beispiel ist in weniger als einem Monat um 37% gefallen. Bitcoin, das oft als ein sicherer Hafen beschrieben wird, ist in den letzten sechs Wochen stärker gefallen als die Aktienmärkte.

Data Intelligence Fund
Data Intelligence Fund verwaltet von Catana Capital

Der Goldpreis ist ebenfalls stark gefallen, obwohl er sich relativ besser als andere Anlageklassen entwickelt hat. US-Staatsanleihen haben sich als am widerstandsfähigsten erwiesen und sind bis heute um über 6% gestiegen. Auch Hedgefonds haben sich größtenteils gut entwickelt. Der Data Intelligence Fund von Catana Capital hat die Aktienmärkte in diesem Jahr bisher deutlich übertroffen. Die starke Erholung der Aktienmärkte in der letzten Märzwoche ist ein Indiz dafür, was passieren kann, wenn ein Abflauen von Corona früher als erwartet eintritt. Sollten sich die Nachrichten weiter verbessern, werden die Anleger wieder in Aktien investieren und defensive Anlagen werden unterdurchschnittlich abschneiden.

Die einzige zuverlässige Möglichkeit, Kapital in einem solchen Umfeld zu schützen, ist die Risikostreuung über mehrere Anlageklassen. Eine effektive Vermögensallokation stellt sicher, dass Verluste in einer Anlageklasse zumindest bedingt durch Gewinne an anderer Stelle ausgeglichen werden können. Das Kapital muss immer irgendwo ein „Zuhause“ finden. Deshalb wird es immer ein oder zwei Investmentopportunitäten geben, die eine Outperformance erzielen. Durch die günstigen Aktienbewertungen könnte es auf der anderen Seite riskant sein, jetzt kein Aktienexposure aufzubauen.

Anlagen, die sich in dieser Baisse als besonders defensiv erweisen könnten

Bullenmarkt & Bärenmärkt
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Wie in jeder Rezession ist es wahrscheinlich, dass bestimmte Anlageklassen während der Coronavirus-Rezession besser abschneiden werden als andere. In früheren Rezessionen haben Hedgefonds, Anleihen und Gold risikoreiche Anlagen fast immer übertroffen. Sollte die Baisse anhalten, wird sich dies wahrscheinlich fortsetzen. Natürlich ist das Halten von Bargeld eine weitere Möglichkeit, ein Portfolio abzusichern, Liquidität zu schaffen und die Kaufkraft zu sichern, wenn die Aktienmärkte weiter fallen.

Angesichts der Wahrscheinlichkeit für eine Unternehmensschuldenkrise sollten jetzt nur noch Staatsanleihen mit Investment-Grade-Rating in Betracht gezogen werden. Wenn Sie ein regelmäßiges, passives Einkommen anstreben, sind Dividendenwerte mit geringer Verschuldung und hohen Margen möglicherweise besser geeignet als Unternehmensanleihen. Bei jedem Börsencrash wenden sich die Anleger in der Regel an defensive Unternehmen. Dazu gehören Nahrungsmittelunternehmen, Unternehmen aus dem Gesundheitswesen, Versorgungsunternehmen und Rüstungsunternehmen. Viele von ihnen können eine bessere Performance erzielen. Aber auch hier ist es wichtig, selektiv vorzugehen und Margen sowie Verschuldung zu berücksichtigen.

Nasdaq / Technologieaktien
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Typischerweise werden Technologieaktien als risikoreich und nicht als defensiv angesehen. In diesem Fall erweisen sich einige Technologieunternehmen aber als defensiv, weil sie weniger von den Entwicklungen in der Realwirtschaft betroffen sind. Wie bereits erwähnt, wissen wir nicht, wie lange die Rezession dauern wird und ob sie sich zu einer Depression entwickeln kann. Aber es gibt Unternehmen, die sowohl im Moment als auch für das nächste Jahrzehnt gut positioniert sind.

Besonders interessant für Stockpicker sind Unternehmen, die von „remote working and e-learning“ profitieren. Trends also, die bereits vor der Pandemie in Schwung kamen und aktuell eine stark wachsende Zahl von Nutzern verzeichnen. Zoom Video Communications (US: ZM) und Slack Technologies (US: Work) sind hier die herausragenden Unternehmen – allerdings reflektieren ihre Aktienkurse diese Position bereits.

Microsoft (US: MSFT) ist führend im Cloud-Bereich, die Pandemie beschleunigt außerdem die Implementierung der Plattform Teams in Unternehmen weltweit. Andere Branchen, die einen Anstieg der Nutzerzahlen verzeichnen, sind beispielsweise Telemedizin, Online-Bildung, Spiele und E-Sports. Unternehmenssegmente, die in schwachen Marktphasen akkumuliert, in starken Phasen aber nicht gejagt werden sollten.

Geduldiger Investor
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Es gibt viele andere Softwarefirmen, die ebenfalls in Betracht gezogen werden können. Diese Unternehmen haben zumeist geringe fixe Kosten und ihre Mitarbeiter können leicht aus dem Home Office arbeiten. Ihre Einnahmen werden in diesem Jahr zwar sinken, allerding können sie durch hohe Gewinnmargen überleben. Technologieunternehmen, die nicht profitabel sind, müssen jedoch mit Vorsicht behandelt werden. Der Markt war in den letzten Jahren vom Umsatzwachstum besessen – aber das kann sich jetzt ändern.

Es gibt also Aktien mit einem großen Upside Potential. Risikomanagement ist dennoch wesentlich. Wenn die Indizes weiter sinken, werden nur wenige Aktien von einem Abverkauf verschont bleiben.

Fazit: Die Corona-Rezession überstehen

Einige Experten haben seit Jahren eine Pandemie vorausgesagt, für andere ist die Coronakrise nur ein weiteres Black-Swan-Event. Unabhängig davon wird sie uns noch einige Zeit begleiten und die Marktvolatilität wird wahrscheinlich mindestens einige Monate, möglicherweise noch viel länger anhalten. Die Coronavirus-Rezession schafft aktuell seit Jahren die besten Chancen in Aktien zu investieren. Aber das Potential für weitere Verluste ist nach wie vor gegeben. Anleger sollten die Marktschwäche nutzen, um Qualitätsaktien zu kaufen – sie sollten allerdings auch sicherstellen, dass ihr Portfolio in der Lage ist, einen anhaltenden Bärenmarkt zu überstehen.

Über Richard Bowman
Richard Bowman is a writer at Catana Capital, analyst and investor based in Cape Town, South Africa. He has over 18 years’ experience in asset management, stockbroking, financial media and systematic trading. Richard combines fundamental, quantitative and technical analysis with a dash of common sense.

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