Taktische Asset-Allokationsstrategien – Portfoliosteuerung durch Verlagerung des Exposures bei veränderten Marktbedingungen

Taktische Asset-Allokation (TAA) kann das Rendite-Risiko-Profil eines Portfolios optimieren

Asset Allokation Konzept / Taktische Asset-Allokationsstrategien
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Taktische Asset-Allokationsstrategien sind eine Möglichkeit, das Rendite-Risiko-Profil eines Portfolios zu verbessern. In diesem Beitrag betrachten wir einige taktische Anlagestrategien, mit denen Sie Kapital zwischen verschiedenen Sektoren des Aktienmarktes, Anleihen und anderen geeigneten Anlageklassen je nach Wirtschafts- und Marktbedingungen rotieren lassen können. Wir diskutieren verschiedene Strategien und die Vor- und Nachteile der taktischen Vermögensallokation.

Strategische vs. taktische Asset-Allokation

Asset Allokation / Taktische Asset-Allokationsstrategien
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Die Vermögensallokation oder Portfoliostrukturierung ist in der Regel recht statisch. Das Ziel ist eine Kombination von Vermögenswerten zu gestalten, die langfristig die geforderte Rendite bei möglichst geringer Volatilität erzielt. Historische Marktdaten werden zur Optimierung des Asset-Mixes verwendet, um die Rendite bei einem akzeptablen Volatilitätsniveau zu maximieren.

Die Gewichtung der einzelnen Anlageklassen wird im Laufe der Zeit schrittweise angepasst. Änderungen werden nur vorgenommen, um das Ziel von Kapitalwachstum auf Kapitalerhalt und Cashflow-Generierung zu verlagern. Abgesehen davon muss das Portfolio auch neu ausbalanciert werden, um den Anlagenmix im Einklang mit dem bestimmten Modell zu halten. Dieser Ansatz für den Asset-Mix ist eine strategische Asset-Allokation.

Die taktische Asset-Allokation, auch als TAA bekannt, kann zusätzlich zur strategischen Asset-Allokation implementiert werden. Taktische Asset-Allokationsstrategien passen Investments an, wenn sich die Marktbedingungen ändern. Ziel ist es, das Exposure gegenüber risikoreichen Anlagen bei ungünstigen Bedingungen zu reduzieren und bei besseren Bedingungen zu erhöhen.

Taktische Asset-Allokation
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Im Wesentlichen bewegt die taktische Anlagenrotation das Kapital zwischen zwei Gruppen von Instrumenten:

  • Risikobehaftete Assets: Aktien, Aktien aus Schwellenländern, Anleihen und Hochzinsanleihen.
  • Risikofreie Assets: Gold, AAA-bewertete Anleihen, Liquidität (Bargeld).

Die strategische Vermögensallokation kann langfristig tatsächlich die gewünschten Renditen erzielen. Wie wir jedoch 2000 und 2008 gesehen haben, können Börsenkurse auf kurze Sicht stark fallen. Dies kann bei Anlegern Ängste auslösen, die zu irrationalen Entscheidungen führen – oft zum ungünstigsten Zeitpunkt. Wenn wirtschaftliche Faktoren, Kursbewegungen oder die Fundamentalanalyse eindeutig auf ein erhöhtes Risiko hinweisen, ist es sinnvoll, das Exposure gegenüber den risikoreichsten Anlagen zu reduzieren.

Eine erfolgreiche Umschichtung in Anlageklassen, die bei steigender Volatilität eine bessere Performance erzielen, kann die Verluste für das Gesamtportfolio verringern. Dadurch erhält das Portfolio auch mehr Kaufkraft, sobald die Kurse wieder attraktiver sind. Taktische Umschichtungen betreffen nicht das gesamte Portfolio – der Gesamtprozentsatz eines Portfolios, der taktischen Umschichtungen ausgesetzt sein sollte, liegt in der Regel zwischen 5% und 20%. Eine taktische Verschiebung würde in etwa so aussehen:

Anlageklasse:  Strategische Gewichtung: Wertentwicklung: Neue Gewichtung:
Aktien: 50% -10% 40%
Anleihen: 20% +5% 25%
Alternatives (inkl. Gold): 20% +5% 25%
Cash: 10% 0% 10%

TAA ist nicht identisch zu Stock Picking oder aktivem Management. Stock Picking und aktives Management werden auf Einzeltitelebene angewendet, wohingegen taktische Asset-Allokation auf Anlageklassenebene angewendet wird. TAA ist eine aktive Allokationsstrategie. Während die strategische Asset-Allokation auf historischen Daten basiert, basiert die taktische Asset-Allokation auf dem jeweiligen Anlageumfeld.

Leitfaden für die taktische Vermögensallokation

Leitfaden Taktische Vermögensallokation
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Es gibt nicht eine bestimmte Art und Weise, taktische Umschichtungen in einem Portfolio vorzunehmen. Tatsächlich ist es ratsam, eine eigene Strategie zu entwerfen, die Ihrem Kenntnisstand, Ihren Ressourcen und Ihren Zeitvorgaben entspricht. Die folgenden Grundsätze sollten berücksichtigt werden. Entscheiden Sie sich für einen bestimmten Prozentsatz des Portfolios, den Sie zwischen verschiedenen Anlageklassen umschichten wollen. Dieser könnte zwischen 5% und 15% des gesamten Portfolios betragen. Sie sollten mit einem kleineren Prozentsatz beginnen und ihn dann erhöhen, wenn sich Ihre Strategie bewährt.

Einige TAA-Strategien verwenden drei verschiedene Ebenen, um das Risikoniveau am Markt zu definieren. Wenn das Risiko am geringsten ist, wird der taktische Teil auf risikoreichere Anlagen verteilt. Wenn das Risikoniveau durchschnittlich ist, wird der taktische Teil über alle Anlageklassen diversifiziert, wodurch das Portfolio wieder in Einklang mit der strategischen Allokation gebracht wird. Ist das Risiko hoch, wird der taktische Teil des Portfolios auf sichere Anlagen verteilt.

Börse / Analysten
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TAA sollte nicht als Market-Timing-Strategie, sondern als eine Methode zur Optimierung der Renditen und zur Reduktion des Risikos verwendet werden. Die Unterscheidung ist nicht einfach und fließend, weshalb nach Möglichkeit ein systematischer Ansatz verwendet werden sollte. Taktische Asset-Allokationsstrategien können diskretionär oder systematisch sein. Ein diskretionärer Ansatz würde sich Faktoren zunutze machen, die schwieriger zu messen, aber dennoch informativ sind. Dazu können Chartmuster, technische Unterstützungs- und Widerstandsniveaus und einige wirtschaftliche Indikatoren gehören.

Ein systematischer Ansatz würde auf Daten zurückgreifen, die getestet werden können. Dafür können beispielsweise technische Indikatoren wie gleitende Durchschnitte und wirtschaftliche Indikatoren wie Inflation und Zinssätze verwendet werden. Zunehmend wird die Marktstimmung (Sentiment) für systematische Handelsstrategien verwendet und kann auch in eine systematische TAA-Strategie einbezogen werden.

Instrumente für TAA-Strategien

Strategische Asset-Allokationsstrategien erfordern nur wenig Trading. Die Positionen müssen neu ausbalanciert werden, damit das Portfolio mit der angestrebten Vermögensallokation übereinstimmt. Die Allokation kann auch im Laufe der Zeit schrittweise angepasst werden, was jedoch oft im Zuge einer strategischen Neuausrichtung geschieht. Das Nettoergebnis ist ein sehr geringer Umsatz, abgesehen von Jahren, in denen die Performance der Anlageklassen stark variiert. Die taktische Asset-Allokation erfordert weitaus mehr Trading. Aus diesem Grund ist die Wahl der Instrumente wichtig. Je aktiver eine Strategie gehandelt wird, desto relevanter werden Liquidität der Investments und die Handelskosten.

Taktische Asset-Allokationsstrategien mit ETFs (Exchange Traded Funds)
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Indexfonds werden häufiger mit passiver Geldanlage in Verbindung gebracht, können aber auch zur Umschichtung von Risikoexposure verwendet werden, ohne dass hohe Handelskosten anfallen. ETFs (Exchange Traded Funds) sind ideal für TAA, vorausgesetzt sie sind liquide und haben niedrige Verwaltungsgebühren. Der Handel und das Halten dieser Fonds kostet wenig und sie können alle relevanten Anlageklassen abdecken. Im Folgenden sind einige relevante ETFs aufgeführt, die in den USA notieren. Entsprechende Fonds sind auch für andere Märkte erhältlich.

Risikoreiche ETFs:

  • Internationale Aktien:
    • Vanguard FTSE All-World ex-US (VEU)
    • iShares MSCI ACWI ex U.S. ETF (ACWX)
  • US Aktien:
    • Vanguard Total Stock Market ETF (VTI)
    • SPDR S&P 500 ETF (SPY)
  • Europäische Aktien:
    • FTSE Europe ETF (VGK)
    • iShares MSCI Germany ETF (EWG)
  • Asiatische Aktien:
    • Vanguard FTSE Pacific ETF (VPL)
    • iShares Core MSCI Pacific ETF (IPAC)
  • Aktien in Schwellenländern:
    • Vanguard Emerging Markets ETF (VWO)
  • US Equity Sectors:
    • Communication Services (XLC)
    • Consumer Discretionary (XLY)
    • Consumer Staples (XLP)
    • Energy (XLE)
    • Financials (XLF)
    • Health Care (XLV)
    • Industrials (XLI)
    • Materials (XLB)
    • Real Estate (XLRE)
    • Technology (XLK)
    • Utilities (XLU)
  • REITs:
    • Vanguard Real Estate Index Fund (VNQ)
    • iShares Mortgage Real Estate ETF (REM)
  • High Yield Bonds:
    • iShares High Yield Corporate Bond ETF (HYG)
  • Anleihen aus Schwellenländern:
    • iShares JP Morgan USD Em Mkts Bd ETF (EMB)

Risikoarme ETFs:

  • Cash:
    • iShares 1-3 Year Treasury Bond ETF (SHY)
    • SPDR Barclays 1-3 Month T-Bill ETF (BIL)
  • Staatsanleihen:
    • iShares 20+ Year Treasury Bond ETF (TLT)
    • Vanguard Short-Term Treasury (VGSH)
  • Gold:
    • SPDR Gold Trust (GLD)

Es mag verlockend sein, gehebelte ETFs und inverse ETFs in Betracht zu ziehen. Schließlich benötigen gehebelte ETFs weniger Kapital, um ein bestimmtes Exposure zu erreichen. Inverse ETFs können als Absicherung eingesetzt werden. Diese Produkte sollten jedoch mit Vorsicht behandelt werden. Die Art und Weise, wie diese ETFs strukturiert sind, kann zu unerwarteten Kursbewegungen führen. Da Derivate verwendet werden, korrelieren sie nicht immer mit dem zugrunde liegenden Index.

Alternative Anlageklassen und taktische Vermögensallokation

Taktische Asset-Allokationsstrategien / Diversifikation
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Anlageklassen wie Hedgefonds, Private Equity, Venture Capital und Immobilien sind in der Regel nicht Teil einer taktischen Vermögensallokationsstrategie. Vielmehr können sie als ergänzende Investments betrachtet werden.

Private Investments sind weniger liquide, was bedeutet, dass ihr Wert nicht so volatil ist wie der von Aktien. Ihre Einbeziehung in ein Portfolio kann daher die Gesamtvolatilität des Portfolios verringern. Der Nachteil ist, dass sie sich nicht für aktive Strategien eignen und daher von einer TAA-Strategie ausgeschlossen werden sollten.

Hedgefonds handeln aktiver als die meisten Fonds und nutzen Hebelwirkung und Leerverkäufe. Einige der Ziele von TAA können daher innerhalb eines Hedgefonds erreicht werden. Der Data Intelligence Fund von Catana Capital beispielsweise verwendet Echtzeitdaten, um auf sich ändernde Marktbedingungen zu reagieren. Darüber hinaus wird bei Handelsentscheidungen die Marktstimmung (Sentiment) berücksichtigt. Es besteht also keine Notwendigkeit, einen solchen Fonds in eine TAA-Strategie einzubeziehen. Er kann eher als ergänzender Ansatz zur Verringerung des Portfoliorisikos eingesetzt werden.

Rohstoffe (z.B. Öl, Kaffee) und Edelmetalle (z.B. Gold, Silber) können in eine TAA-Strategie einbezogen werden, sofern sie liquide sind und die Handelskosten gering sind. Rohstoffderivate und ETFs sind dabei für einen taktischen Ansatz besser geeignet als ein direktes Investment.

Gängige Formen von TAA-Strategien

Chartanalyse
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Wie bereits erwähnt, können TAA-Strategien diskretionär oder systematisch sein. Ein systematischer Ansatz entfernt Rätselraten, Emotionen und Bias aus der Gleichung. Das bedeutet nicht, dass ein diskretionärer Ansatz nicht funktionieren würde, aber er erfordert mehr Disziplin in der Umsetzung.

Momentumbasierte TAA’s

Momentumbasierte taktische Asset-Allokationsstrategien sind im Allgemeinen für den durchschnittlichen Anleger am besten geeignet. Sie sind sowohl leicht verständlich als auch leicht umzusetzen. Die Verwendung von Momentum als einzigen Input-Faktor ist im Hinblick auf den Zeitaufwand effizient. Eine Momentum-basierte TAA-Strategie hilft Ihnen, die Gewichtung von risikoreicheren Anlagen bei großen Korrekturen und Bärenmärkten zu reduzieren. Die Kehrseite dieses Ansatzes ist, dass falsche Handelssignale entstehen, die mittelfristig die Performance beeinträchtigen können. Das Ziel der Nutzung von Momentum zur Anpassung einer Vermögensallokation besteht darin, mit Kurstrends zu arbeiten.

Durch eine Übergewichtung von stark performenden und im Gegenzug eine Untergewichtung von unterdurchschnittlich laufenden Anlagen profitiert ein Portfolio von der Fortsetzung eines Trends. Für die Analyse können Sie die tatsächliche Kursentwicklung eines Assets verwenden. Sie können aber auch auf sogenannte gleitende Durschnitte zurückgreifen Ein beliebter Ansatz ist das von Gary Antonacci entwickelte Dual-Momentum-System. Sein System verwendet absolutes und relatives Momentum, das anhand der 12-Monatsrendite gemessen wird.

Chart
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Dies ist ein sehr einfaches System, das zwischen drei ETFs rotiert und einen vierten ETF als Benchmark für Liquidität (Bargeld) verwendet. Die ersten drei ETFs repräsentieren den US-Aktienmarkt, den globalen Aktienmarkt ohne US-Aktien und den US-Gesamtmarkt für Anleihen (Staats- und Unternehmensanleihen).

Die folgende Tabelle veranschaulicht die Art und Weise, wie gleitende Durchschnitte zur Messung des relativen Momentums verwendet werden können. Sie spiegelt den letzten Kurs, den gleitenden 125-Tage-Durchschnitt und den gleitenden 250-Tage-Durchschnitt für drei Fonds wieder: Der S&P 500 ETF (SPY), der Vanguard Emerging Markets ETF und der Vanguard Short Term Treasury ETF.

ETF Preis Short MA Long MA Short – Long Prozent
SPY 321 301 290 11 3,4
VWO 44 41,7 41,6 0,09 0,2
VGSH 61 60,9 60,6 0,3 0,4

Der gleitende 125-Tage-Durchschnitt ist eine Approximation des Durchschnittspreises der letzten sechs Monate. Der gleitende 250-Tage-Durchschnitt ist eine Annäherung an den Durchschnittspreis des letzten Jahres. Durch Subtraktion des Long Durchschnitt vom Short Durchschnitt, können Sie die beiden Durchschnitte vergleichen, ohne dass die Werte durch kurzfristige Volatilität beeinflusst werden.

Wenn Sie das Ergebnis durch den ETF-Kurs dividieren, erhalten Sie eine Momentum-Metrik, die Sie zum Vergleich mehrerer ETFs verwenden können. Im obigen Beispiel ist das Momentum des SPY viel stärker als das Momentum des Emerging Markets ETF und des kurzfristigen Treasury-ETF. Es ist daher sinnvoll, den SPY zu halten. Wären beide Aktienfonds schwächer als der Treasury-ETF, sollten Sie eben diesen halten. Sie würden zum Emerging Market-Fonds wechseln, wenn dessen Dynamik stärker ist als der SPY und der Treasury-ETF.

Andere Formen von TAA-Strategien

Finanzanalyse
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Es gibt noch einige andere Ansätze für TAA, die zwar komplexer, aber dennoch lohnenswert zu berücksichtigen sind.

  • Globale taktische Vermögensallokation bringt einige der Strategien der globalen Makro-Hedge-Fonds in Multi-Asset-Portfolios ein. Makroökonomische Indikatoren werden analysiert, um wahrscheinliche Szenarien für die wichtigsten Anlageklassen weltweit zu ermitteln. In der Regel werden Aktien, Anleihen und Währungen in eine solche Strategie einbezogen.
  • Zyklische taktische Vermögensallokationsstrategien verwenden ein Punktesystem, um die Phase des Marktzyklus zu einem bestimmten Zeitpunkt zu analysieren. Der Anlagemix wird dann auf die Anlageklassen verlagert, die in der aktuellen Phase des Zyklus eine bessere Performance erzielen.
  • Value basierte TAA-Strategien verwenden Bewertungskennzahlen, um Kapital auf unterbewertete Märkte zu verteilen. Üblicherweise wird das CAPE-Verhältnis (zyklisch adjustiertes Kurs-Gewinn-Verhältnis) des Leitindexes jedes Landes mit historischen Werten verglichen. Das Kapital wird dann aus den historisch teuren Märkten in historisch günstigere Märkte umgeschichtet. Value-Metriken können auch effektiv mit Momentumstrategien kombiniert werden.

Vor- und Nachteile von taktischen Asset-Allokationsstrategien

Bulle vs. Bär
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Hauptziel und Vorteil einer TAA-Strategie bestehen darin, dass Investments in risikoreichen Anlagen in Zeiten der Unsicherheit und Volatilität reduziert werden können. Langfristige Anlageportfolios mit einer statischen Vermögensallokation können in Bärenmärkten wie während der globalen Finanzkrise 2008 erhebliche Verluste erleiden. Es kann lange dauern, bis sich ein Portfolio von solchen Rücksetzern erholt. Eine taktische Asset-Allokation kann Ihnen nach einer erheblichen Abwertung der Aktienkurse mehr Kaufkraft verleihen. Darüber hinaus ist sie ein Mechanismus, um nach einer längeren Hausse Gewinne zu sichern.

Wie die meisten Anlagestrategien haben taktische Asset-Allokationsstrategien auch gewisse Nachteile. Keine Strategie ist narrensicher und eine taktische Umschichtung wird nicht immer zu einer besseren Performance führen. Es ist schwierig, eine Strategie perfekt zu timen. Das gewählte Timing kann sich aber stark auf die Performance auswirken. Aus diesem Grund sollten taktische Umschichtungen auf 5 bis 20 Prozent eines Portfolios begrenzt werden. Außerdem ist TAA zeitaufwändiger als die strategische Vermögensallokation und passive Geldanlage. Darüber hinaus ist mehr Fachwissen erforderlich – TAA ist nicht für Personen geeignet, die gerade erst anfangen zu investieren.

Fazit: Taktische Asset-Allokationsstrategien

Anleger und Investoren müssen einige risikoreiche Anlagen halten, um langfristige Erträge zu erzielen. Es gibt jedoch Zeiten, in denen eine hohe Allokation in Aktien und Anlagen in Schwellenländern nicht sinnvoll ist. TAA ist eine Möglichkeit, das Risiko zu reduzieren. Die wachsende Bedeutung des algorithmischen Handels und der quantitativen Strategien wird Anlegern zudem mehr Instrumente an die Hand geben, um sinnvolle taktische Umschichtungen in einem Portfolio vorzunehmen. Das bedeutet, dass taktische Asset-Allokationsstrategien in Zukunft häufiger eingesetzt werden, insbesondere wenn die Volatilität an den Aktienmärkten wieder zunimmt.

Über Richard Bowman
Richard Bowman is a writer at Catana Capital, analyst and investor based in Cape Town, South Africa. He has over 18 years’ experience in asset management, stockbroking, financial media and systematic trading. Richard combines fundamental, quantitative and technical analysis with a dash of common sense.

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